Mittwoch, 9. Februar 2011

The "Killing Fields" Choeung Ek, Kambodscha

Während Siem Reap und Angkor eine phantastische Vergangenheit des Khmer-Volkes repräsentieren, gibt es  in der Hauptstadt Phnom Penh und anderen Orten Kambodschas die so genannten "Killing Fields". Orte, an denen während der schrecklichen Herrschaft der "Roten Khmer" unter Pol Pot Hunderttausende Menschen brutal umgebracht wurden.

3 - 8 - 20: Drei Jahre, acht Monate und zwanzig Tage dauerte Pol Pots Herrschaft, während welcher das kambodschanische Volk um 2 bis 3 Millionen Menschen auf rund 5 Millionen reduziert wurde. Dimensionen, die mit den Schrecken der Nazizeit vergleichbar sind.

In Phnom Penh folterten die Roten Khmer Zehntausende Menschen im berüchtigten Toul Sleng-Gefängnis, einer ehemaligen Mittelschule. Davon habe ich in meinem Blog im Jahr 2009 geschrieben. Die meisten hier gefolterten Menschen wurden schliesslich nach Choeung Ek gebracht, den "Killing Fields", wo sie barbarisch umgebracht und in Massengräbern verscharrt wurden.


Gedenkstupa in Choeung Ek, wo die Gebeine Zehntausender dort in Massengräbern gefundenen Menschen in einem Plexiglasturm aufbewahrt werden.



Kleider von umgebrachten Menschen - Männern, Frauen und auch Kindern.


Tausende von Schädeln zeigen das ungeheure Ausmass des Genozids.



Ruhig und friedvoll präsentiert sich heute das Gelände, auf dem die vietnamesischen Befreiungstruppen 1979 die Massengräber entdeckten. Jede dieser überwachsenen Gruben war damals mit Leichen und Gebeinen gefüllt.


Die Pol Pot-Schergen begingen dort die schlimmsten Verbrechen, die man sich vorstellen kann.


An diesem Baum schlugen die Vollstrecker kleine Kinder, bis sie tot waren.


Und an diesem Baum waren Lautsprecher aufgehängt aus denen Musik ertönte, damit die noch Lebenden die Todesschreie ihrer Vorgänger nicht hören sollten. Denn getötet wurde - aus Spargründen - nur mit Schaufeln, Hacken und anderem Werkzeug.

Hinweisschilder, die aufzeigen, was man weiter Schreckliches an diesem Ort anstellte:





Unfassbar, auch heute noch! "Dass man aus der Geschichte nichts lernt", sagt mir eine sichtlich tief berührte US-Grossmutter.Tatsächlich, dieser Genozid war nach den Ereignissen im Zweiten Weltkrieg nicht der letzte. Ohne lange nachzudenken, kann man verschiedene Ereignissen in Afrika aufzählen oder, wenn man nicht so weit gehen möchte, die Massaker von von Srebrenica.

Und ein chinesischer Familienvater, der mit Frau und Kind ebenfalls tief mitgenommen diese schrecklichen Tafeln studiert, sagt, er sei mit seiner Familie hierher gekommen, weil die weit verbreiteten Gruppenreisen der wirtschaftlich immer stärker werden chinesischen Mittelschicht weder das Tuol Sleng Gefängnis noch die Killing Fields auf dem Programm hätten. "Damals waren wir halt mit dem Pol Pot-Regime befreundet", schliesst er. Ja, wirtschaftlich ginge es China schon besser, meint er, aber politisch sei noch viel Entwicklung nötig.


Auf dem Gelände von Choeung Ek war vor den schrecklichen Ereignissen ein Obstgarten und ein Chinesischer Friedhof. Diese Steine zeugen davon als letzte Überreste.
Weitere Informationen beim Documentation Center of  Cambodia.

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